Schortens
Etwas über die Stadt Schortens.
Schortens zwischen Tradition und Moderne
Schortens ist die zweitgrößte Stadt im Landkreis Friesland in Niedersachsen. Sie liegt auf der ostfriesischen Halbinsel im Jeverland und ist auf mehrere kleine Dörfer verteilt, die teilweise ins Marschland hineinragen.
Insgesamt leben die rund 21.000 Einwohner von Schortens in 12 einzelnen Stadtteilen.Verschiedene Funde legen nahe, dass Schortens bereits im 5. Jahrhundert eine bewohnte Siedlung war. Die Stadt als solche existierte damals zwar noch nicht, aber Teile der Dörfer, die heute die Stadtteile bilden, dürften damals schon vorhanden gewesen sein. Das heutige Zentrum der Stadt wurde nach dem Bau der St. Stephanus Kirche zu einem wichtigen Anlaufpunkt und zentralen spirituellen Ort der Umgebung, eine Bedeutung die durch die nahe Präsenz des Klosters Oestringfelde noch verstärkt wurde.
Im 18. Jahrhundert wurde die gesellschaftliche Ordnung, die zuvor hauptsächlich durch die Kirche bestimmt worden war, durch die bürgerlichen Verwaltungen ergänzt. Schortens wurde zur Gemeinde und später zur Stadt.
Der Einzug der Industrialisierung machte sich im 19. Jahrhundert besonders durch die Erschließung neuer Verkehrswege in Schortens bemerkbar. Zwischen Schortens und Jever wurde eine Eisenbahnlinie erbaut und auch der in Wilhelmshaven gelegene Marinestützpunkt veränderte die wirtschaftliche Position der Stadt nachhaltig.
Ebenso markant war allerdings der Einschnitt, den im 20. Jahrhundert der Erste Weltkrieg brachte. Die Rüstungsindustrie stagnierte nach Kriegsende und viele der Arbeiter, die im Krieg so notwendig gewesen waren, wurden entlassen und hatten mit Armut und Arbeitslosigkeit zu kämpfen.
Neuen Aufwind erlebte Schortens erst in den 30-er Jahren des 20. Jahrhunderts, als in Jever der Fliegerhorst gegründet wurde und die Luftwaffe die wirtschaftliche Rolle der Marine teilweise übernehmen konnte.
Der Aufschwung setzte sich fort und machte sich schließlich auch in den Einwohnerzahlen bemerkbar. In den 70-er Jahren wurden Schortens und das benachbarte Sillenstede zusammengeschlossen und erhielten im Jahr 2005 das Stadtrecht. Heute ist Schortens eine selbstständige Gemeinde.
Was muss man gesehen haben?
Eine der zentralen Sehenswürdigkeiten in Schortens ist das Kloster Oestringfelde. Im Mittelalter diente es als wichtiger Versammlungsort, an dem die Geschicke der Stadt und ihrer Umgebung diskutiert und entschieden wurden. Zudem gibt es Spuren, die vermuten lassen, dass das Klostergelände bereits in der vorchristlichen Zeit eine Bedeutung als religiöse Kultstätte hatte. Der Sage nach sollen im nahegelegenen “Engelsmeer”, das nun kein Wasser mehr führt, die ersten Oestringfelder Christen getauft worden sein.
Einige der wichtigsten Ereignisse in der Stadtgeschichte haben sich am Kloster Oestringfelde abgespielt. Die massiven Mauern strahlen einen mystischen Charme aus, der noch heute die Bedeutung der vergangenen Geschehnisse erahnen lässt.
Neben dem Kloster und den zehn weiteren Kirchen, die sich über das Stadtgebiet verteilen und die religiöse Vielfalt des Ortes demonstrieren, besitzt Schortens aber auch weniger altertümliche, nichtsdestotrotz sehenswerte Stätten und Gebäude. Zu nennen ist hier der Jade-Weser Park ein weitläufiges Gewerbegebiet, das auf interkommunaler Ebene die wirtschaftlichen Geschicke der Region wesentlich beeinflusst. Allein das Technologiezentrum in Schortens-Roffhausen umfasst ca. 60 Unternehmen mit mehr als 2000 Mitarbeitern.
Auch an Freizeitangeboten hat Schortens durchaus einiges zu bieten. Mehrere Schwimmbäder laden zum Wasserspaß ein und die ausgedehnte Natur fordert mit ihren zahlreichen Grünflächen, Moorgebieten, Wiesen und Wäldern dazu auf, die Seele einfach mal so richtig baumeln zu lassen. Die Stadt legt viel Wert auf ihre Natur und investiert in Umweltschutz und sorgfältige Pflege der Anlagen. Im Forst Upjever wurden naturschonend zahlreiche Reit- und Wanderwege angelegt. Außerdem finden sich hier Überreste der alten, künstlich geschaffenen “Holländischen Meere”, die man zum Fischfang eingerichtet hatte.
Wem die pure Natur auf Dauer zu eintönig wird, der kann sich auch am vielfältigen Veranstaltungsangebot der Stadt orientieren. Auf der Sillensteder Teesiebausstellung, die dauerhaft im Dorfkrug Sillenstede besichtigt werden kann, findet sich die größte Privatsammlung an Teesieben und Teezubehör, die Exponate aus 180 Jahren ostfriesischer Teegeschichte enthält. Die praktische Vorführung der Gebräuche in Form einer traditionellen Teezeremonie kann auf Wunsch anschließend im Dorfkrug stattfinden. Hier artikuliert sich nebenbei der charakteristische Sinn der Ostfriesen für Tradition und ihr feinsinniger Humor.
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