Home > Social Media > Facebook: Wenn dich völlig fremde Kinder töten wollen – Mobbing ist nicht witzig.

Facebook: Wenn dich völlig fremde Kinder töten wollen – Mobbing ist nicht witzig.

von Sebastian Constapel am 26. Oktober 2011 · 11 Kommentare

Sehr geehrte Leser,

eigentlich wollte ich diesem kurzen Zwischenfall keinerlei Aufmerksamkeit zukommen lassen um keinen Nährboden für derartige Unsinnigkeiten zu bieten, allerdings ist das Thema aus mehreren Gründen recht interessant.

Facebook entwickelt sich oder hat sich bereits, zum Kommunikationsmedium Nummer 1. in Deutschland entwickelt. Nicht nur in Deutschland, sondern auf der gesamten Welt trifft sich täglich ein bunter Blumenstrauss an Menschen um sich gegenseitig zu liken, zu disliken und zu mobben. Fakt ist, Internet gab schon immer ein wunderschönes Gefühl der Unnahbarkeit. In einer gewissen Form ist das richtig, aber im Praxisvergleich geht sich dieser Schutz nicht auf. Zumindest dann nicht, wenn man sich mit seinem Namen und seinem Freundeskreis im Datensatz zum Angriff gegen andere aufmacht.

Also passierte hier heute etwa folgendes. Mich added irgend eine unbekannte Person, ich nehme es an um im Profil zu gucken um wen es sich handelt und lande in einem Gruppenchat mit irgendwelchen anderen mir unbekannten Menschen. Zwischen den meisten unzähligen Dingen, die man aufgrund der modernisierten neuen Rechtschreibung kaum verstehen konnte gab es eigentlich nur noch persönliche Beleidigungen. Grundsätzlich ist es mir egal, was irgendwelche fremden Menschen so ablassen müssen um in ihrer eigenen Welt klar zu kommen, aber grundsätzlich bin ich auch großer Fan von Pädagogik. Ich lass mich also auf das Spiel ein, weil es mich etwas belustigt und auch einiges über unsere jüngere Generation verrät.

Schwierig ist diese ganze Situation dann, wenn solche Aktionen gegen weniger gefestigte junge Menschen gestartet werden, die mit derartigen Angriffen nichts wirklich anfangen können, Jungs oder Mädchen die in ihrer Welt ohnehin schon zu kämpfen haben und noch gar nicht die notwendige Sicherheit und Erfahrung besitzen, die Aussagen anderer emotionsloser und sachlicher aufzunehmen. Insbesondere dann, wenn es aus dem Internet kommt. Geschriebene Worte sind sehr mächtig, lesen ist eine sehr intensive Form der Informationsaufnahme. Nicht umsonst steckt unser Wissen in Büchern und nicht im RTL Nachmittagsprogramm.

Also was ist zutun um zu vermeiden, dass die Generation a la Facebook nicht mal irgendwann unsere sozialen Grundgesetze fickt? Dinge die nirgends stehen, aber allen dennoch klar sein sollten? Die Logik des sozialen Umgangs quasi.

Sind es nicht eigentlich die Eltern, die in unserer informationsüberfluteten Welt sich um den Nachwuchs kümmern sollten? Aber es sind auch die Eltern, es sind wir alle, die großteils damit beschäftigt sind überhaupt noch Schritt zu halten.

Die Problematik ist viel schlimmer als wir uns das gerade vielleicht vorstellen können. Facebook ist eine sehr schöne aber gleichzeitig auch eine sehr gefährliche Sache. Etwas ist schnell geschrieben und abgeschickt, nicht aber rückgängig gemacht.

Aus psychologischer und emotionaler Sicht kann unabhängig der Absicht etwas ganz anderes übermittelt werden, als eigentlich vom Sender der Nachricht vorhergesehen war. Ich kenne das selber aus unzähligen SMS/WhatsApp/ICQ/Facebook Dialogen in Textform. 2 Menschen sitzen mit Glasplatte in der Hand und streiten sich für etwas, dass beide gerade gar nicht mehr verstehen.

Ich kann nur das sagen, was ich versuche, in solchen Situationen auch immer zu machen: Telefonieren oder noch besser, relevante Gespräche die hauptsächlich auf der emotionalen Ebenen funktionieren, dann bitte auch von Angesicht zu Angesicht zu führen. Irgendwann sind wir da, wo Jamba uns alle hinhaben will. Wir reden nicht mehr, wir schicken unseren Partner nur noch ne STOP SMS und hoffen, dann das Abo los zu sein. Damit möchte ich kurz auf die inflationäre Verwendung des Wortes Liebe eingehen. Der Marktplatz ist voll mit Gelegenheiten und die meisten Diebe klauen ihr erstes mal aufgrund einer günstigen Gelegenheit.

Was ist nur los mit euch?

Hm?

Also, wollen wir aber kurz noch mal aufgreifen was wir denn tun können. Liebe Eltern, liebe Betroffenen, liebe Gemobbten, liebe uninteressierten Leser, was können wir denn tun? Ich sag euch was zutun ist, beschäftigt eure Mitmenschen. Gerade Langeweile ist einer der Ursprünge vieler getaner großartigkeiten, aber vermutlich auch Auslöser für unübertroffenes Leid. Insbesondere wenn es um persönliche Angriffe geht, ist hier nicht weg zu gucken. Sagt euren Kindern, wenn euch Fremde bei Facebook beleidigen, dass so etwas nicht persönlich zu betrachten ist, appelliert an Verstand oder seid in solchen Situation ganz besonders aufgeweckt und tut auch etwas! Ich will in dieser dämlichen Sache auch etwas vorbildliches tun. Ich kannte von diesen Kindern keinen, muss ich auch gar nicht, um dennoch nach einem solchen Versuch eine Entschuldigung einzufordern. Mit einer Entschuldigung nach einen Fehler stellt man den Respekt wieder her. Jeder der sich schon mal für etwas schlimmes Entschuldigen musste, weiss genau welches Gefühl ich meine. Dieser Zustand, in dem man sich wirklich für die zu entschuldigende Sache schämt. Recht so, wer andere Menschen versucht im Schutz unfair zu behandeln, sollte sich schämen.

Tobias Sieker

Stellt euch vor, es läuft der Vorspann von SAW 2
Dieser Artikel enthält Bilder von deinen Aussagen und Beleidigungen mir gegenüber. Wir kennen uns nicht, sonst wäre es so weit sicherlich nie gekommen. Die hier geposteten Bilder sind mit für Google lesbaren Tags versehen. Diese Tags enthalten deinen Namen. Diese verweise werden relativ zeitnah dafür sorgen, dass bei der Sucheingabe auf Google.de deines Namens, deine, diese Aussagen gefunden werden. Ich hoffe du bist schlau genug, zu verstehen was das Kausal bedeutet. Ich biete dir einen Tausch an. Eine Entschuldigung ist nicht zuviel verlangt.

Mehr über Sebastian Constapel


Sebastian ist 1985 in Jever geboren und hat den Großteil seines Lebens in Friesland verbracht. Seit einigen Jahren mit der beeNetworks GmbH selbständig und bis zum Lebensende auf der ewigen Jagd nach der größten Macht: Wissen.

Facebook Kommentare:


{ 10 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }

Nadine Oktober 27, 2011 um 10:56

Kiddies dieser Art sind leider keine Seltenheit. Und selbst, wenn er sich entschuldigen sollte, kannst du damit rechnen, dass dies alles andere als aufrichtig ist.

Deine Reaktion finde ich aber sehr gut. Wenn ihm hirnrissige Aktionen wie diese später im Berufsleben zum Verhängnis werden, weil potentielle Arbeitgeber ein wenig im Internet nachforschen, dann ist das vielleicht eine Lektion, die wirklich durchdringt.

Sonja November 24, 2011 um 11:58

Dies ist ein sehr guter Artikel. Gratuliere dich. Die Eltern sollten etwas tun. Diese Kinder haben klar viele Probleme… du hast das Richtige getan.

Gerald November 24, 2011 um 16:23

Solche Attacken sind gar nicht witzig, da gebe ich dir Recht. Niemand mag es gemobbt zu werden aber leider hatte das ,glaube ich, schon fast jeder von uns durch. So ist nun mal unsere heutige Gesellschaft – rücksichtslos und arrogant.

Herald November 28, 2011 um 14:22

Mal hoffen, dass entweder seine Eltern oder später ein Arbeitgeber das entdeckt und ihm eine Lektion erteilen.. Haste super geregelt, jedoch hätte ich persönlich in deiner Position wahrscheinlich die beiden anderen auch noch zur Entschuldigung aufgefordert. Schließlich schien es ihnen ziemlich egal zu sein, dass da ein Mensch wie sie hinter dem Bildschirm ist.

Nicki November 28, 2011 um 22:06

Wie krank einige sind

Fabian Dezember 22, 2011 um 10:42

Toller Artikel. Wie krank einige Jugentliche sind. Respekt ist ein Wort das nicht mehr zu deren Wörterbuch gehört.

L0LC4T Dezember 24, 2011 um 09:38

Ist doch unterhaltsam, ja beleidigung mobbing dies das , wer drauf eingeht oder sowas persönlich nimmt….sollte sich überlegen seinen facebook account zu löschen xD

eHm es ist witzig…insbesondere deswegen da viele ihr hirn in den offline-status setzen ^^ es fängt an bei der benutzerkontosteuerung & hört auf beim facebook post :P

vor der heutigen zeit musste man noch stundenlange das netz durchforsten um bilder oder halbwegsbrauchbare infos über eine person herauszufinden ^^ heute gehst du facebook schaust mal die bilder an schon weisst du wie der die das aussieht wo sie wohnt was sie macht kurz das gesammte persönlichkeits & oft auch bewegungsprofil lässt sich simpel erstellen :P

brauche an dieser stelle nichts zu sagen wie fb funktioniert & allgmein spionage “google analyticS” xD

ums kurz zu sagen die welt is am arsch xP & wenn die kiddies unsre zukunft sind haben wir verkakkt haha ^^

ps: anmerkung der redaktion, es gibt einen unterschied zwischen virtueller und realer gewalt!! der nachteil der virtuellen gewalt is das viele einfach ned den Ausschalt-Knopf finden… fb mobbing is strafbar haha gut bitte bestraft dann auch das opfer das sich nicht abmelden kann von dem sh*t^^

wer rechtschreibfehler findet darf sie als weihnachtsgeschenk behalten & add me on facebook:P

Katharina Dezember 28, 2011 um 10:45

An den Vorposter …
in der Tat, wenn Kiddies wie du unsere Zukunft sind, bye bye. Dein Beitrag ist in so vielerlei Hinsicht einfach nur völlig daneben, dass es sich nicht lohnt, darauf genauer einzugehen.
Unglaublich.

Daniel Krampe Dezember 30, 2011 um 00:48

Interessantes Thema und interessante Kommentare dazu. Ich bin 35 Jahre alt und habe vor ca zehn Jahren mal ein bisschen studiert. Die Jugendsprache im Wandel der Zeiten ab Mitte des 20. Jahrhunderts war das Thema einer Vorlesung, die ich die Freude hatte, besuchen zu dürfen. Die Distanzierung der Älteren zu den Jüngeren ist im Zuge der Adultisierung bis zum Alter von etwa zwanzig Jahren normal. Diese Abgrenzung findet unter vielem anderen (Musik, Mode, soziale Kontakte etc) auch über die Sprache und sprachliche Moden statt. Ab 20 Jahren haben die meisten Menschen (in Deutschland) diesen Prozess abgeschlossen und beschäftigen sich wenig mit den heranwachsenden Jugendlichen. Gibt es dann doch einmal einen Berührungspunkt (Raptexte, generationsübergreifende Kommunikationsplattformen, zufällige Begegnungen etc) entsteht meist eine Unverständnisreaktion seitens der ‘erwachsenen’ Partei, die der (hier) sprachlichen Entwicklung nicht mehr folgen kann. Eine typische Folge ist die Abgrenzung vom jugendlichen Habitus durch Verweis auf die eigene, alters- (und damit reife-) bedingte Weisheit, die als Schutzschild der Erhabenheit über das tatsächlich als unreif und dumm Empfundene dient. Zu jeder Zeit gab es Erwachsene, die sich über den geistigen und moralischen Verfall der Jugend aufgeregt haben. Entweder wir steuern demzufolge seit circa sechzig Jahren dem Untergang der Menschheit entgegen (denn wie kann denn aus ‘so einem’ ‘etwas’ oder ‘jemand’ werden?) oder aber besagter Niedergang interdisziplinärer Werte ist gar keiner, sondern gehört im Rahmen einer normalen und gesunden Entwicklung einfach dazu. Was vor Jahrzehnten für die Älteren noch der langhaarige Bombenleger oder der Rocker war, der mit seiner Mofa in die Disko fuhr und Dinge knorke, ne Wolke oder spitze fand, Ältere als Spiesser, Nazi oder Mumie bezeichnete, hat heute Firmen, arbeitet bei Banken, ist Lehrer, arbeitet im Supermarkt an der Kasse oder ist arbeitslos. Als ich etwa zehn war, habe ich zu meinem Opa gesagt, dass ich seinen Garten geil finden würde – und bin um ein Haar einer Ohrfeige entgangen. Alles nur eine Frage der Zeit…
Danke für’s Lesen!

David Januar 2, 2012 um 10:22

@Daniel: Du hast natürlich in vielen Punkten Recht, aber das Zeitalter ist heute einfach ein anderes. Wenn du vor 60 Jahren solche typisch jugendlichen und daneben gegriffenen Äußerungen wie im Beitrag getätigt hast, dann hat das wenige Jahre später keinen mehr gestört, weil es nicht öffentlich archiviert wird.
Heute lassen sich diese Entgleisungen noch Jahre später einfach auffinden. Und klar mag es Personaler geben, die das nicht weiter stört, weil sie von einem offensichtlich noch nicht rechenschaftsfähigem Jugendlichen stammen, aber dieses Verständnis wird – wie du ja auch anmerkst und hier in den Kommentare sehen kannst – nicht von jedem aufgebracht. Und genau da liegt auch das Problem, denn damit verbauen sie sich die Zukunft.

Schreibe einen Kommentar

{ 1 Trackback }

Previous post:

Next post: